Umrichter in Kunststoffgehäusen – Gesichtspunkt EMV

      Umrichter in Kunststoffgehäusen – Gesichtspunkt EMV

      Wir möchten gerne für unser dezentrales Antriebskonzept Kunststoff- Schaltschränke einsetzten. siehe Mit dem EMV gerechten Aufbau in einem Polycarbonat Schaltschrank haben wir keine Erfahrung. Ein Metall Gehäuse bietet ja einen gewisse Abschirmung den das Kunststoffgehäuse nicht bietet. Gibt es Dinge die wir beachten müssen bzw. gibt es Erfahrungen Ihrerseits? Danke schon mal für Ihre Antworten.
      Hallo Herr Reininger,

      die Argumente, ich Ihnen schon bei unserem Telefonat im August erläutert habe, möchte ich hier noch einmal kurz zusammenfassen.

      Die Hersteller von Umrichtern müssen Ihre Geräte nur mit dem Gerätegehäuse und nicht in einem separaten "Umgehäuse" auf die
      EMV Verträglichkeit testen. Und die meisten Gehäuse der Umrichter bestehen heute auch nicht mehr aus Metall sondern Kunststoff.

      Bei den Umrichtern sind Leitungsgebundene Störungen die häufigste Ursache für Funktionsstörungen in der Anlage. Deshalb sollte
      hier der Fokus auf die Schirmung der Leitungen und der entsprechender Anschluss gelegt werden. Ich würde den Umrichter auf
      eine Montageplatte im Gehäuse montieren, und direkt nach der Kabeldurchführung im Gehäuse Schirmanschlußklemmen
      verwenden. Und natürlich die Installationsanleitung des jeweiligen Herstellers beachten.

      Und wenn man z.B. ein Metallgehäuse mit einem Sichtfenster verwendet hilft auch das restliche Metallgehäuse nicht.
      Dazu müsste das Metallgehäuse auch im Dichtungsbereich mit speziellen Kupfer-Lamellen- Dichtungen versehen werden um einen
      zusätzlichen "EMV Effekt" zu erzielen.

      Kurz gesagt wenn der Umrichter Lieferant seine Hausaufgaben gemacht hat - und die Verkabelung richtig ausgeführt - ist ein Kunststoff-
      Gehäuse auch im Bezug auf EMV eine gute Wahl. Eine Aufwertung in Sachen EMV Schutz durch ein Metall Gehäuse entspricht eher einem Placebo!